Das DRK Kierspe freut sich über Fahrzeugzuwachs. In diesen Tagen rücken die Helfer mit einem zweiten nagelneuen VW Tiguan zu Helfer vor Ort-Einsätzen aus. Nachdem das Rote Kreuz bereits im vergangenen Herbst einen baugleichen Einsatz-PKW in Dienst stellen konnte, kann nun auch der zweite Diensthabende mit einem modernen Fahrzeug fahren.
„Wir freuen uns, dass nun beide Helfer vor Ort mit einem Tiguan in den Einsatz fahren können“, erzählt Fares Bäcker stolz. Er hatte die Initiative Helfer vor Ort vor über 10 Jahren in Kierspe ins Leben gerufen. Im vergangenen Herbst hatten die Rotkreuzler dann das 10-jährige Jubiläum des Programms mit einem großen Fest auf dem Tulpenplatz gefeiert und in diesem Rahmen bereits den ersten Tiguan feierlich in Dienst gestellt. Damals war das Auto als Ersatz für den verunfallten Skoda Fabia sehnlich erwartet worden. Nun konnte auch der zweite, über 10 Jahre alte Fabia außer Dienst gestellt werden.
„Wir freuen uns wirklich und sind stolz darauf, unsere Helfer vor Ort mit so guter Ausrüstung in den Einsatz fahren zu lassen“, so Bäcker. Bei dem Projekt geht es darum, Notarzt und Rettungsdienst bei Notfällen in Kierspe zu unterstützen. Dennoch kosten die ehrenamtlichen Helfer vor Ort weder den Märkischen Kreis als Träger des Rettungsdienstes noch die Kiersper Bevölkerung oder die Krankenkassen etwas. „Die Initiative wird ausschließlich durch Spenden getragen“, berichtet Volker Vollmann, Schatzmeister des DRK Kierspe. „Wir freuen uns über jede Zuwendung zur Finanzierung unserer Helfer vor Ort und bitten die ortsansässigen Firmen und die Bevölkerung um Spenden für unser Fahrzeug“, ergänzt er. Neben der Fahrzeuganschaffung müssen noch die laufenden Kosten getragen werden sowie die medizinische Ausrüstung gekauft und instand gehalten werden.
„Der VW Tiguan ist dabei eine wirtschaftliche Wahl“, berichtet Christian Immig, der für den Fuhrpark des Roten Kreuzes zuständig ist. Aufgrund der Vorgaben der Autohersteller war der Kauf eines Kleinwagens samt nachträglicher Umrüstung zum Einsatzfahrzeug nicht möglich. „Dies konnte vor zehn Jahren beim Kauf der beiden Skoda Fabias noch problemlos gemacht werden“, berichtet Immig. Heute erlaubt die Autoindustrie kaum noch derartige Umbauten an den Wagen, weil zum Beispiel die Auswirkungen der Sonderausrüstung bei einem eigenen Unfall zu unklar sind. Zudem ist die komplizierte Bordelektrik eines modernen PKW kaum noch von außen zugänglich. Von daher war der Kauf eines komplett ausgerüsteten Fahrzeugs ab Werk eine sinnvolle Lösung.
„Der Tiguan hat eine moderne LED-Blaulichtanlage mit zusätzlichen Blitzern im Kühler und in der Heckklappe“, führt Immig das Fahrzeug vor. Über das Funkgerät können die Helfer vor Ort Kontakt mit der Leitstelle aufnehmen, wobei das Fahrzeug bereits für den Einbau eines digitalen Funkgerätes vorbereitet ist, was in den nächsten Jahren auf das DRK Kierspe zukommt. Für die aufwändige Elektrik ist eine zusätzliche Batterie mit Ladeeinrichtung eingebaut.
„Natürlich möchten wir auch dieses Fahrzeug im gebührenden Rahmen offiziell einweihen und in Dienst stellen“, kündigt Bäcker an. Allerdings sei dies in den Sommermonaten kaum möglich. „Wir sind an jedem Wochenende im Rahmen von Sanitätswachen im Einsatz“, schildert er. Daher wird das Fahrzeug erst im Herbst im feierlichen Rahmen eingeweiht. „Wir werden dies im gemütlichen Rahmen machen, zusammen mit den Menschen, die die Finanzierung des Fahrzeugs maßgeblich ermöglichen“, so Vollmann.
Die Helfer vor Ort sind eine rein ehrenamtliche Unterstützung des Rettungsdienstes. Nach einem freiwilligen Dienstplan haben immer zwei Helfer aus der Bereitschaft des DRK Dienst. Bei jedem steht einer der beiden Tiguane vor der Haustür. Kommt es zu einem lebensbedrohlichen Notfall im Kiersper Stadtgebiet, werden die beiden Helfer alarmiert. Direkt von zuhause fahren sie mit dem Einsatzfahrzeug zum Ort des Geschehens. Hier leisten sie erste Hilfe, bis der Rettungsdienst aus Meinerzhagen eintrifft. Diesem schildern sie die Lage und die bereits getroffenen Maßnahmen, die Versorgung des Patienten geht dann nahtlos weiter. Zu den hauptamtlichen Kollegen der Rettungswache gibt es seit Jahren ein professionelles und kameradschaftliches Verhältnis. So unterstützen die Rotkreuzler oftmals weiterhin die Maßnahmen an der Einsatzstelle, bis der Patient in den Meinerzhagener Rettungswagen gebracht und abtransportiert wird. Das rein ehrenamtliche Projekt ist dabei ein Zusatzangebot des Roten Kreuzes, um die Zeit zu verkürzen, bis ein Patient erste Hilfe erhält. Die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen in Notfällen gewährleistet der Märkische Kreis als Träger des Rettungsdienstes auch ohne die Helfer vor Ort aus Kierspe. Da die DRKler nur in ihrer Freizeit tätig werden können, sind sie unter der Woche von 18 bis 6 Uhr in Bereitschaft, am Wochenende rund um die Uhr.